Fußwanderung und Radwanderung
Der Schlosspark in Austerlitz ist untrennbarer Bestandteil des gesamten Schlossareals und gehört zu den bedeutendsten historischen Gärten in Mähren. Seine Fläche beträgt 15,5 ha. Die heutige Gestalt des Parks ist das Ergebnis der gartenbaulichen Veränderungen, die stets im Anschluss an die Anpassungen des Schlosses an neue Baustile erfolgten.
Zu Zeiten von Dominik Andreas von Kaunitz, der den Impuls zur barocken Umgestaltung des Schlosses gab, wurde unter der Leitung holländischer Spezialisten um das Jahr 1700 ein Blumenparterre mit zwei Schwimmbecken, einem Brunnen, einer Fontäne von Peter William und einem Orangengarten (Gartenkasino) mit Freskomalereien von Andrea Lanzani errichtet. In diesem Orangengarten stellte man auch einige Statuen von Giovanni Giuliani und Ignác Lengelacher auf, die nach verschiedenen Grundideen gruppiert wurden und mythologische Gestalten und Allegorien darstellen.
In der nächsten Etappe erarbeitete der Baumeister Václav Petruzzi, der nicht nur mit dem Bau des Schlosses sondern auch mit den fortlaufenden Arbeiten im Schlosspark beauftragt wurde, einen Plan zur Verbindung des Parterres mit dem Schloss. Das Parterre wurde durch eine Brücke über einen Graben mit mehreren Treppenstufen zugänglich gemacht. In der ganzen Länge der Stirnseite des Schlosses umschloss das Parterre eine Reihe von Bäumen. An den Seiten befanden sich zwei Schwimmbecken und entlang der Hauptachse wurden vier Boskette mit Fontänen und einem Labyrinth errichtet. Der zweifellos gröβte Verdienst an der Fertigstellung des gesamten Schlosskomplexes kommt Fürst Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg zu. Nur wenige Jahre nachdem er Eigentümer wurde, beendete er nicht nur den Umbau des Schlosses, sondern vollendete auch die Gestaltung des Schlossparks, den er – zum Nachteil der eingerissenen Gebäude St. Jacob Pfarrkirche und Stadtturm – erweiterte.
Das Hauptparterre wurde in eine Querachse mit drei Fontänen umgestaltet. Neu errichtete man den Übergang am Abhang zwischen dem oberen quer disponierten Parterre und dem unteren Gartenteil. Anstatt des langen Wasserkanals wurde ein Schwimmbad-System mit drei Schwimmbecken errichtet. Das Parterre dekorierten Statuengruppen und Vasen. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden in dem Schlosspark kleine Gartengebäude (Sonnenschirm, Voliere) und ein bis heute existierender, chinesischer Altan aufgestellt. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wandelte man den Garten in einen Englischen Park um, entfernte die Boskette und stellte die barocken Skulpturen in den Schlosshofplatz.
In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts kam es zu einer umfangreichen Rekonstruktion des Schlossparks, die unter anderem aus dem im Jahre 1774 entworfenem Projekt hervorging und ihm seine einstige barocke Gestalt wiedergab. Hauptmotiv der architektonischen Komposition sind zwei an der Achse des westlichen Einganges liegende Schwimmbecken mit einem Wasserbeckenpaar, das symmetrisch auβerhalb der Achse angebracht wurde. Diesen Platz ergänzen Barockskulpturen mit mythologischer Thematik auf mit Kartusche und Künstlerporträts dekorierten Sockeln, die vom Hofplatz zurück in den Schlosspark gelangten. Der wiederhergestellte Schlosspark wurde anlässlich eines im September 1977 gehaltenen UNESCO-Symposiums über Barockgärten feierlich eröffnet. Seit dem Jahre 1996 befindet sich im hinteren Teil des Schlossparks ein 6-Loch- Golfplatz, der bis zur nördlichen Schlosswand reicht. Zum Park gehören eine Gärtnerei, Glashäuser u. v. m. In der Herrschaftsschule wurden Stecklinge für den Park und die Wälder der Familie von Kaunitz gezüchtet.
Im Jahre 2005 wurde mit dem nachträglichen Setzen von Bäumen begonnen. Man erweiterte die Lindenalleen, die den Übergang zu dem schmalen Teil der Allee im unteren Teil des Schlossparks bilden. Darüber hinaus wurde ein neuer, nach links ausgerichteter Rundkreis aus Rosskastanien um den chinesischen Pavillon angepflanzt.
Slavkov u Brna - Austerlitz

